Der Hoffman Quadrinity Prozess


  • Mehr als eine Therapie

    Der Hoffman Prozess ist ein Instrument für persönliches Wachstum und für seelische Heilung. Obwohl er verschiedene therapeutische Techniken in äusserst wirksamer Weise miteinander verbindet und damit seelische Heilungsprozesse fördert, will er vor allem zum seelischen Wachstum des Menschen beitragen. Er gibt den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, das Verständnis für die eigene Persönlichkeit zu erweitern, indem er die Selbstwahrnehmung vertieft und das Selbstwertgefühl verstärkt. Der Hoffman Prozess vermittelt einen deutlich tieferen Zugang zu den eigenen Gefühlen. Er schafft überdies eine Verbindung zur spirituellen Dimension der Seele. Er schickt die TeilnehmerInnen auf eine Heldenreise, von der sie zutiefst berührt und mit neuen Einsichten und Aussichten versehen, heimkehren. In diesem Sinne stellt er auch eine Einweihung in die Möglichkeiten der eigenen Seele dar, die so vorher nicht wahrgenommen werden konnten.

    Die Aussöhnung mit dem inneren Kind und die Versöhnung mit den Eltern der Kindheit führt an einen neuen Standort des Erwachsenseins. In der uneingeschränkten Annahme der eigenen Herkunft, bekommt die Gegenwart der persönlichen Lebenswirklichkeit eine neue Qualität. Diese helle, kraftvolle und selbstverantwortliche Qualität verändert die Perspektiven für die Zukunft in allen Lebensbereichen.

    Was der Fachmann sagt: "Im weltweit boomenden Psychomarkt ist der Hoffman Prozess mehr als nur eine weitere Methode. Mit der Aufarbeitung der Beziehungsmuster, die uns mit unseren Eltern verbinden, leistet er seinen wesentlichen Beitrag zur Aussöhnung mit der Vergangenheit und sorgt so für die Freiheit in der Gegenwart und Offenheit gegenüber der Zukunft. In einer Zeit und Kultur, die das Bewusstsein für Rituale des Übergangs, wie beispielsweise Pubertätsriten, verloren und obendrein ihren verbindlichen Kult bis zur Unkenntlichkeit entwertet hat, wird es immer schwerer, die notwendigen Übergangskrisen zu bewältigen. Der Hoffman Prozess ermöglicht Nachreifung, indem er den Kindern dieser Gesellschaft, die sich in verschiedenen Erwachsenenpositionen auf allen Ebenen ängstlich verschanzt haben, die Chance bietet, zu wachsen und zu guter Letzt – und sei es im fortgeschrittenen Alter – doch noch erwachsen zu werden... Als ich meinen Prozess begann, lag einiges mehr als die für Psychotherapeuten übliche Sammlung von Therapien und Seminaren hinter mir. Mit der Reinkarnationstherapie hatte ich darüber hinaus die für mich stimmigste und weitreichendste Therapierichtung gefunden. Daraus ergab sich eine Mischung aus Arroganz und Neugierde gegenüber dem Prozess. Die Kompetenz des Betreuerteams, die überzeugende Einfachheit der Übungen und das überaus stimmige Feld, das sich in kurzer Zeit daraus ergab, liessen mich schnell landen – direkt in meiner persönlichen Problematik...Wer mit sich ins Reine kommen will, findet hier Chance und kompetente Hilfe."

    Diese herausfordernde Sichtweise des Hoffman Prozesses stammt von dem bekannten deutschen Sachbuchautor, Arzt und Psychotherapeut Dr. Rüdiger Dahlke. Wozu “Nachreifung” mag sich mancher “Erwachsene” angesichts dieser deutlichen Worte vielleicht sogar ein wenig entrüstet fragen!

Detailinformationen


  • Warum wir tun, was wir nicht wollen

    Die Antwort darauf findet sich im Konzept der negativen Liebe, welches vom Begründer des Hoffman Prozesses – dem Amerikaner Bob Hoffman – als Begriff geschützt und wie folgt formuliert wurde:

    Wenn ein Kind auf die Welt kommt, braucht es beständig Zuwendung – oder gefühlvoller: Liebe. Aber die bekommt es nicht ununterbrochen. Sobald der Strom der mütterlichen bzw. elterlichen Liebe vorübergehend abbricht, bekommt das Kind, dessen Überleben von dieser Zuwendung abhängig ist, instinktiv das Gefühl: "Mit mir stimmt etwas nicht!" Und es orientiert sich zwangsläufig an den Eltern. Um geliebt zu werden, bemüht es sich, so zu sein, wie die Eltern, nach dem Motto: "Mutter, Vater ich bin genau wie du, liebst du mich jetzt?". In der Folge kopiert das Kind positive und negative Eigenschaften der elterlichen Vorbilder und übernimmt so die Verhaltensweisen (Muster) der Eltern oder Ersatzeltern. So entstehen im sogenannten “Syndrom der negativen Liebe” die Prägungen. Entweder übernimmt das Kind dabei Verhaltensweisen direkt oder es möchte auf keinen Fall so sein wie die Eltern und praktiziert jeweils das gegenteilige Verhalten, in der Sprache des Prozesses "Rebellion" genannt. Dieser Mechanismus bleibt auch im Erwachsenenalter wirksam, solange die Prägungen nicht aufgearbeitet werden. Manche dieser Verhaltensweisen sind nützlich, viele aber schaden unserer Lebensqualität und schränken unsere Lebensfreude ein. Das Kind in uns hält noch im Körper des Erwachsenen bewusst oder unbewusst an diesen Verhaltensweisen, bzw. der Rebellion dagegen, fest, im zwanghaften und ewig erfolglosen Versuch, von den Eltern uneingeschränkt geliebt zu werden. Der Hoffman Prozess hilft diesem Kind, die nötigen Schritte der Nachreifung zu machen, um sich von dieser Form von Elternbeziehung abzulösen.

  • Wie sich der Hoffman Prozess entwickelt hat

    Zu Beginn des Jahres 1967 entwickelte Bob Hoffman das Grundkonzept des Hoffman Prozesses in den Vereinigten Staaten. Ursprünglich wurde der Prozess 13 Wochen lang in jeweils zwei dreistündigen Sitzungen pro Woche durchgeführt. Die Gesamtstruktur und der Inhalt des Prozesses sind auch heute, mehr als 30 Jahre nach seiner Entstehung, im wesentlichen gleich geblieben. Verändert hat sich jedoch die äussere Form.

    Seit 1986 wird der Prozess in einem Stück in achteinhalb Tagen durchgeführt. In der ursprünglichen Variante wurde festgestellt, dass die in der Therapie vollzogenen Schritte durch die stete Rückkehr in den Alltag immer wieder an Wirksamkeit verloren. Diese Beobachtung kann man auch in den üblichen Langzeittherapien machen, wo ein Teil der wöchentlichen Sitzungen darauf verwendet werden muss, wieder auf den Stand der vorhergehenden Sitzung zu kommen. Die aufgrund dessen entwickelte geschlossene Form des Hoffman Prozesses als acht Tage dauerndes Intensivprogramm hat sich als die wirksamere Form erwiesen und bewährt.

    Für die TeilnehmerInnen beinhaltet diese Woche etwa einhundert Stunden Arbeit. Zwischen Vertretern von Methoden, die auf kurze und intensive Begleitung von seelischen Entwicklungsprozessen ausgerichtet sind, und solchen, die eine langjährige Begleitung für erforderlich halten, gibt es eine Kontroverse. Sie entspringt zwei unterschiedlichen Welt- und Menschenbildern und ebenso unterschiedlichen Lehrmeinungen. Die einen gehen davon aus – und belegen wissenschaftlich –, dass seelische Heilungs- und Wachstumsprozesse in kurzer Zeit stattfinden können. Die anderen tun dasselbe in Bezug auf die Annahme, dass solche Prozesse viel Zeit benötigen. Der Hoffman Prozess wendet sich an Menschen, die bereit sind, in kurzer Zeit eine intensive Arbeit mit sich selbst zu machen. In dieser Zeit kann der Einzelne Fortschritte erzielen und seelisches Wachstum erfahren, für das es sonst ein bis zwei Jahre regelmässiger Begleitung bedarf. Wer in kurzer Zeit in der persönlichen Weiterentwicklung Erfolge verbuchen will, findet hier kompetente Unterstützung.

    An der Entwicklung dieses Intensivprogrammes haben namhafte Vertreter der Transpersonalen Psychologie mitgearbeitet, wie z.B. der bekannte Arzt, Psychiater und Enneagrammexperte Dr. Claudio Naranjo. Der Hoffman Prozess ist seelische Grundlagenarbeit mit dem Ziel, die Kindheit aufzuarbeiten und mit der eigenen Herkunft Frieden zu schliessen. Er bietet die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine Abfolge von seelischen Schritten zu durchlaufen, die seelische Gesundung und persönliches Wachstum ermöglichen. Zu diesem Wachstum gehört, Beziehungsfähigkeit und andere persönlichen Fähigkeiten zu entwickeln.

  • Warum der Hoffman Prozess wirkt

    Der Hoffman Prozess ist ein psychologischer und pädagogischer Prozess. Er ermöglicht den TeilnehmerInnen, in einem kompetent begleiteten Selbsterfahrungsprozess zu erkennen und zu bearbeiten, wie die eigene Persönlichkeit durch negative Verhaltensmuster beider Elternteile (und eventuell Ersatzeltern) geprägt wurde. Der Prozess beginnt mit der Vorbereitungsphase, in der die TeilnehmerInnen mit Hilfe eines Fragebogens, eines Arbeitsbuches und eines Lebenslaufes ein Bild der eigenen Charakterstruktur erstellen. In diesem Bild geht es vornehmlich um negative Verhaltensweisen, die den elterlichen Prägungen entstammen und die die seelische Gesundheit sowie die Lebens- und Schaffensqualität der Betroffenen beeinträchtigen. Das Erkennen und Benennen von zahlreichen Facetten der eigenen Struktur wird zu Beginn der eigentlichen Arbeitswoche mit Unterstützung der ProzessbegleiterInnen noch verfeinert. Im ersten grundlegenden Schritt des Hoffman Prozesses nutzen die TeilnehmerInnen das gesammelte Material, um eine heftige Form der Anklage zu führen. Angeklagt wird die sogenannte "dunkle Seite" des jeweiligen Eltern- oder Ersatzelternteils, d.h. dessen negative Struktur aus der Sicht des Kindes. In der Anklage findet eine emotionale Entladung, eine körperlich-seelische Reinigung sowie ein intensiver Bewusstwerdungsprozess statt. Auf diese Weise wird zu den Mustern (negativen Verhaltensweisen) eine innere Distanz eingenommen. Die TeilnehmerInnen machen die Erfahrung, dass sie die Muster loslassen können. Sie erleben, dass es befreiend sein kann, sich von Verhaltensweisen, die einem nicht guttun, klar abzugrenzen und Nein dazu zu sagen.

    Im zweiten grundlegenden Schritt des Hoffman Prozesses erforschen die TeilnehmerInnen die Kindheit der eigenen Eltern und Ersatzeltern. Sie erfahren, warum ihre Eltern so geworden sind, wie sie sie in der eigenen Kindheit erlebt haben. Auf der Gefühls- und der Verstandesebene findet hier jeder einen tiefen Zugang zur seelischen Struktur der eigenen Eltern. Das geschieht mit Hilfe einer Technik, die auf intuitive Weise den Zugriff auf Informationen ermöglicht, die jeder Mensch im Unterbewusstsein hat. In dieser Arbeit erwerben die TeilnehmerInnen ein tiefes und umfassendes Verständnis für die Entstehung der eigenen Struktur und Persönlichkeit. Zudem bekommen sie einen überraschenden Einblick, wie Muster über Generationen hinweg weitergegeben werden. In der Verteidigung, wie diese Phase des Prozesses heisst, erleben und verstehen die Betroffenen, warum ihre Eltern nicht anders handeln konnten.

    Dieses Verständnis bildet die Voraussetzung für den dritten grundlegenden Schritt im Hoffman Prozess. In der Versöhnung mit den negativ betrachteten Eltern der eigenen Kindheit lernen die TeilnehmerInnen, die Verletzungen und negativen Prägungen dieser Kindheit mitfühlend loszulassen. Dabei erleben sie einen seelischen Raum, in dem eine tiefe Liebe zu den eigenen Eltern empfunden wird, wirkliches Mitgefühl mit ihnen entsteht. So werden die eigenen Eltern in einer ganz neuer Form angenommen. Nach der eigentlichen Arbeitswoche wird dieser Schritt, sofern die Eltern noch leben, auch in einer besonders gestalteten persönlichen Begegnung vollzogen.

    Die heilsame Wirkung dieser drei grundlegenden seelischen Schritte besteht unter anderem darin, dass in diesem Ablauf die eigene Charakterstruktur in ihren negativen Aspekten nach draussen gestellt wird. Sie wird auf die Eltern projiziert und mit diesem Abstand angeklagt, verstanden und schliesslich – angenommen! In der Versöhnung mit den negativen Eltern der Kindheit findet die Versöhnung mit sich selbst statt. Hier geschieht Selbstheilung, hier entsteht Selbstannahme und Selbstliebe als Grundlage für Veränderung, wo Veränderung gewünscht wird. Mit dem Schritt ins Mitgefühl ist die Betrachtung der Eltern im Hoffman Prozess abgeschlossen. In der verbleibenden Zeit lernen die TeilnehmerInnen, wie Veränderungen in der eigenen Charakterstruktur nachhaltig bewirkt werden können, wie mit der eigenen Struktur im Alltag besser umgegangen werden kann und welche Rolle Muster im Beziehungsgeschehen spielen. Sie erfahren und erleben praktisch, dass sie der Gesamtheit ihrer Negativität, der sogenannten dunklen Seite ihrer Persönlichkeit, ehrlich und wirksam begegnen können. Oft genug hüllt sich diese Seite ins Gewand von Angst, Schwäche, Hilflosigkeit, Überheblichkeit oder Besserwisserei. Sie “weiss” z.B. genau, warum es unnötig ist, den Prozess zu machen!

    Die im Prozess vermittelten Werkzeuge werden für den alltäglichen Gebrauch eingeübt, und es werden vergessene Quellen der Kreativität und der Freude erschlossen. Den TeilnehmerInnen werden eine Reihe von einfachen Werkzeugen an die Hand gegeben, die sie befähigen, die persönliche Entwicklung im Alltag selbstverantwortlich so voranzutreiben, dass sie ihr persönliches Potential der Liebesfähigkeit, des Mitgefühls und der Kreativität immer besser ausschöpfen und hinderliche Verhaltensweisen verändern können.

  • Welche Methoden der Hoffman Prozess verwendet

    Wenn man die Arbeitsweise im Hoffman Prozess auf der Ebene therapeutischer Techniken aufschlüsselt, haben dort vielfältige Methoden ihren Platz: Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie ebenso wie Elemente aus der Gestalttherapie. Bioenergetische Übungen und Bausteine aus dem NLP, dem Neurolinguistischen Programmieren, ergänzen das Spektrum dieser Arbeit. Klientenzentrierte Gesprächstherapie hat darin ihren Stellenwert, wie aber auch Techniken aus der provokativen Therapie, tiefenpsychologische Arbeit wird geleistet, begleitet von Formen des intuitiven Schreibens und Malens, katathymes Bilderleben findet in umfangreichen Visualisierungen statt.

    In einer Diplomarbeit, in der die deutsche Theologin und Diplom-Psychologin Christiane Windhausen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter dem Titel “Veränderte Selbst-Bilder – Eine kontrollierte Effektivitätsstudie mit Katamnese zum Hoffman Prozess” die Wirksamkeit dieser Therapie untersucht hat, heisst es:

    Der Hoffman Prozess verbindet grundlegende Erkenntnisse der Tiefenpsychologie und der Lerntheorien mit wertvollen und praktischen Methoden der humanistischen Psychologie [...] Was den Prozess dabei auszeichnet, ist die innere Logik seiner Struktur und die Einfachheit seiner Übungen. Anhand der anschaulichen Modelle ist es möglich, in völlig unpsychologischer Sprache komplexe und komplizierte psychologische Vorgänge für jedermann verständlich und für das eigene Leben nachvollziehbar zu machen.

  • Wie im Hoffman Prozess gearbeitet wird

    Etwa einhundert Stunden therapeutisch begleitete Arbeit in acht Tagen entsprechen von der Stundenzahl einer Therapiedauer von – je nach Dichte der Sitzungen – ein bis zwei Jahren.

    Um dieses intensive Arbeitsprogramm zeitlich verwirklichen zu können, beginnt der Tag im Hoffman Prozess mit dem Frühstück um 7.30 Uhr. Die erste Sitzung beginnt um 8.30 Uhr. Unterbrochen von einer einstündigen Pause zum Mittagessen beziehungsweise zum Abendessen und einer zusätzlichen halbstündigen Kaffeepause dauert die Arbeit jeden Tag maximal bis 24.00 Uhr. Der Prozess beginnt mit der Anreise am Samstagmorgen um 9.30 Uhr (oder am Abend davor) und endet am Samstagmittag der darauffolgenden Woche um 13.00 Uhr. Den Samstagnachmittag und den Sonntag benötigen die TeilnehmerInnen für die Integration des Erlebten, die durch konkrete Aufgabenstellungen unterstützt wird, und als Ausklang.

    Obschon der Hoffman Prozess vom Rahmen der Arbeit her als Gruppentherapie gilt, spielt die Gruppe in dem, was jedeR in der eigenen Seele erlebt, eine eher zweitrangige Rolle. Die Gruppe bietet ein energetisch unterstützendes Feld, in dem Gefühle aller Art leichter zugänglich werden. Die Persönlichkeiten sämtlicher anderer TeilnehmerInnen sind darüberhinaus dem oder der Einzelnen wertvolle Gegenüber, um sich selbst darin gespiegelt zu sehen und damit die Selbstwahrnehmung zu schärfen. Gearbeitet wird jedoch auf der tragenden Beziehungsebene zum grössten Teil zwischen jeweils einem Teilnehmer oder einer Teilnehmerin und einem Begleiter bzw. einer Begleiterin. Der Hoffman Prozess ist so gestaltet, dass die TeilnehmerInnen in allen Teilen ihre persönlichen Themen betrachten und bearbeiten und damit einen ganz individuellen Prozess erleben.

    Die Beziehung zwischen den BegleiterInnen und den TeilnehmerInnen beinhaltet u.a., dass negative Verhaltensmuster und die damit verbundenen Konsequenzen im Leben näher beleuchtet werden. Dies findet in einer Atmosphäre der wohlwollenden Unterstützung und der liebevollen Klarheit statt. Die Beziehung zwischen BegleiterIn und TeilnehmerIn erstreckt sich auf drei verschiedene Arbeitsformen:

    • Entweder es wird in der Grossgruppe
    • in der Kleingruppe
    • oder im Rahmen von Einzelarbeit gearbeitet 

    Dabei treten in der Grossgruppe wechselweise verschiedene BegleiterInnen mit den TeilnehmerInnen in Kommunikation, in der Kleingruppe und in der Einzelarbeit jeweils nur das Teammitglied, das für diese Woche den Einzelnen zur persönlichen Betreuung zugeordnet ist.

    Die TeilnehmerInnen haben während des Prozesses einen Begleiter oder eine Begleiterin, der- oder diejenige während der ganzen Arbeitswoche ihr persönlicher Ansprechpartner bzw. ihre persönliche Ansprechpartnerin ist. Das Team im Prozess hat sich mit Hilfe der Vorbereitungsunterlagen der TeilnehmerInnen gründlich auf die Begleitung vorbereitet. Gewöhnlich betreut ein Begleiter oder eine Begleiterin sechs bis acht TeilnehmerInnen, welche zusammen eine Kleingruppe bilden. In einem Prozess arbeiten zwei bis vier ausgebildete BegleiterInnen, unterstützt von höchstens drei in der Ausbildung befindlichen Assistenten oder Assistentinnen, so dass die Zahl der TeilnehmerInnen zwischen 12 und 24 liegt. Einzelarbeit findet zu Beginn des Prozesses und an bestimmten entscheidenden Punkten der Prozessstruktur statt, Kleingruppen lockern die Arbeitsstruktur der Grossgruppe immer wieder auf.

  • Wie der Mensch im Hoffman Prozess gesehen wird

    Der Hoffman Prozess arbeitet mit einem vierteiligen (Quadrinität = Vierheit) Persönlichkeitsmodell (deshalb auch Hoffman Quadrinity Prozess): Einen Teil dieser Vierheit bildet der Körper, sozusagen die stoffliche Behausung für die anderen Teile. Einen weiteren Teil bildet das emotionale Selbst, das jedoch ohne die Eingangs von Dr. Rüdiger Dahlke angesprochene Nachreifung zumeist in den Kinderschuhen steckengeblieben ist. Mit diesem Anteil der Persönlichkeit wird im Prozess als dem "inneren Kind" gearbeitet. Um die Heilung und Entwicklung dieses seelischen Anteils geht es vorrangig im Hoffman Prozess. Einen weiteren Aspekt bildet das intellektuelle Selbst, der denkende Aspekt, der in unserer Kultur besonders stark ausgeprägt ist, da Erziehung und Schule vor allem diesen Anteil in uns fördern und fordern. Der Mensch besteht nach diesem Menschenbild aber nicht nur aus Körper, Gefühl und Verstand, sondern es gibt noch einen vierten Aspekt, das spirituelle Selbst, wie es genannt wird. Es ist der seelischer Anteil, der jenseits aller Prägungen heil und unversehrt, liebevoll und liebenswert ist und den jeder Mensch aus jenen Momenten im Leben kennt, in denen er zufrieden, glücklich und mit sich und der Welt eins war. In diesem Teil unserer Seele reichen wir über die Begrenzungen unserer biographischen Prägungen, unserer persönlichen Geschichte hinaus, sind wir also transpersonal, Deshalb wird das Menschenbild des Hoffman Prozesses der Transpersonalen Psychologie zugeordnet. Wie schon vormals C.G. Jung betrachtet die Transpersonale Psychologie den Menschen als eingebettet in die Schöpfung und einen Ursprung, die über die eigene Lebensgeschichte hinausreichen.

  • Wie es nach dem Hoffman Prozess weitergeht

    Die TeilnehmerInnen lernen im Hoffman Prozess eine Reihe von umfassenden und dennoch einfachen Werkzeugen kennen und anwenden. Diese Werkzeuge befähigen den Einzelnen, die eigene Entwicklung im Alltag selbstständig voranzutreiben und die Erfahrung des Hoffman Prozesses zu integrieren. Ebenso ermöglichen diese Werkzeuge, diejenigen Verhaltensweisen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen, selbstständig zu verändern. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die vermittelten Techniken geübt und angewendet werden. Empfohlen wird, dafür täglich circa fünf Minuten Zeit aufzuwenden. Wer dies diszipliniert tut, sorgt für eine beständige Integration des Hoffman Prozesses im Alltag. Dabei wird die Wahrnehmung von sich selbst wie auch der Umwelt immer weiter verfeinert, und alte, störende Verhaltensweisen werden immer schneller erkannt und können allmählich verändert werden. Der Hoffman Prozess selbst dauert nur eine Woche und ist ein einschneidendes Erlebnis. Die Umsetzung des dort Gelernten in den Alltag bewirkt im Laufe der Zeit entscheidende Veränderungen im Leben. Dafür gibt es Unterstützung von Seiten des Instituts: für jedeN, der oder die sich um diese Unterstützung bemüht. Bei Fragen und auftauchenden Problemen können sich die TeilnehmerInnen auch nach dem Hoffman Prozess telefonisch mit ihren persönlichen BegleiterInnen aus dem Prozess in Verbindung setzen.

    Das Institut bietet ausserdem therapeutische Einzelsitzungen und Gespräche für Paare (auch wenn nicht beide am Hoffman Prozess teilgenommen haben) an. Sollte nach dem Hoffman Prozess ein grösseres Problem auftauchen, kooperiert das Hoffman Institut mit einem Netz von Therapeuten und Therapeutinnen verschiedenster Art – von Körpertherapie bis zur kassendelegierten Psychotherapie. Dies sind zumeist Menschen, die den Hoffman Prozess kennen oder ihn selbst absolviert haben und deshalb darauf eingehen können, wo ProzessabsolventInnen stehen. In einzelnen Fällen rät das Hoffman Team auch ausdrücklich dazu, eine solche Nachbetreuung in Anspruch zu nehmen und ist dann gerne bei der Vermittlung behilflich.

    Dieses Netz von Auffangmöglichkeiten bei individuell notwendiger Nachbetreuung ist dem Hoffman Institut ein wichtiges Anliegen, und es wird beständig erweitert. Zum Nachbetreuungsangebot des Institutes gehört auch das Familienstellen, das sich jedoch von der Arbeit Bert Hellingers und seiner Schüler teilweise unterscheidet. In individuellen Rückführungen besteht ausserdem in Einzelsitzungen und an Wochenenden in einer Gruppe die Möglichkeit zur Verarbeitung von Erlebnisssen im Mutterleib und von Geburtserfahrungen. Darüber hinaus werden Integrationswochenenden angeboten, in denen es um die erfolgreiche Umsetzung des Prozesses in den Alltag geht. Voraussetzung dafür, dass das Institut seine Möglichkeiten zur individuellen Nachbetreuung ausschöpfen kann, ist das persönliche Interesse und Bemühen der AbsolventInnen des Hoffman Prozesses. Die bisher gemachten Erfahrungen und die Rückmeldungen von TeilnehmerInnen, die von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben, zeigen: Wer sich für die Integration der Prozesserfahrung in den Alltag bewusst und aktiv einsetzt, findet ausreichend Unterstützung auch nach dem Prozess.

Der Prozess auf dem Prüfstand - Was wissenschaftliche Untersuchungen über den Hoffman Prozess sagen


  • Der Caldwell Report

    Der Psychiater Dr. med. Joseph Downing fasst im März 1993 wissenschaftliche Nachuntersuchungen über die Resultate des Hoffman Prozesses wie folgt zusammen:

    Die bislang eingehendste wissenschaftliche Untersuchung zum Hoffman Prozess wurde von Dr. Alex B. Caldwell und Dr. Curtis S. Hileman mit 58 Teilnehmern des Hoffman Prozess aus den Jahren 1983 bis 1985 durchgeführt. Dazu ist zu bemerken, dass die äussere Form des Prozesses von 1967 bis 1986 von der heutigen etwas verschieden war (je zwei dreistündige Einheiten pro Woche innert 13 Wochen gegenüber der heutigen Form des Intensivprogrammes in achteinhalb Tagen). Gesamtstruktur und Inhalt des Prozesses waren jedoch im wesentlichen gleich. Seit Erscheinen des Caldwell Reports ist der Hoffman Prozess methodisch noch verfeinert und therapeutisch weiterentwickelt worden.

    Um eine möglichst unparteiische Einschätzung der Effektivität des Hoffman Prozesses vornehmen zu können, wurden zwei Fachleute aus der psychologischen Forschung beigezogen. Dr. Alex B. Caldwell und Dr. Curtis S. Hileman arbeiteten bei der Auswertung der Testergebnisse von Hoffman Prozess-Klienten zusammen. Das Hauptinteresse galt der Untersuchung von signifikanten Unterschieden in wichtigen Bereichen des seelischen Wohlbefindens vor und nach den 13 Wochen des damaligen Prozesses. Über drei Jahre hinweg wurden 58 Klienten nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um den sog. MMPI, einen projektiven Persönlichkeitsfragebogen auszufüllen; und zwar zum Zeitpunkt des erstmaligen Entschlusses für den Hoffman Prozess und nach Absolvieren der 13 Wochen. Die MMI-P Profile wurden dann von den beiden klinischen Psychologen auf elf Skalen seelischer Gesundheit ausgewertet, die sie für eine angemessene Einschätzung für wichtig hielten. Es sollte noch hinzugefügt werden, dass die beiden Auswertenden auch hohe Übereinstimmungen innerhalb der unabhängig voneinander erhobenen Ergebnisse fanden. Zusammenfassend stellt Dr. Curtis Hileman fest:

    Im Ganzen haben die Forschungsergebnisse klar gezeigt, dass die Klienten in allen elf in Betracht gezogenen Aspekten seelischen Wohlbefindens beträchtliche Verbesserungen aufwiesen. Tatsächlich waren bei vielen Klienten dramatische Verbesserungen festzustellen. Nach den 13 Wochen zeigen die Resultate signifikant höhere Werte in Bezug auf die allgemeine seelische Ausgangslage. Besonders wichtig erscheint auch, dass die Klienten nach dem Prozess eine wesentlich gesündere Beziehung zu ihren Eltern hatten. In Übereinstimmung damit zeigten die Klienten eine erheblich grössere Selbstakzeptanz und ein deutlich verbessertes Selbstwertgefühl, verbunden mit einer deutlichen Abnahme von Angst- und depressiven Symptomen. Die Fähigkeit der Klienten, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten, tendierte zu weniger Misstrauen, und die MMPI-Indikatoren zeigten, dass andere Menschen es nach dem Prozess leichter hatten, mit den Klienten zu reden und umzugehen. Und schliesslich zeigten die Veränderungen nach dem Hoffman Prozess, dass die Untersuchten eine bessere Ausgangslage hatten, um konstruktive und wohlüberlegte persönliche Entscheidungen zu treffen, und weniger geneigt waren, für den Umgang mit persönlichem Stress auf Alkohol oder Drogen zurückzugreifen.

  • Die Candate Studie

    1991 wurde eine weitere Untersuchung mit 31 Probanden von Alison Candate, M.F.C.C., durchgeführt. Die Untersuchung von Frau Candate war nicht darauf ausgerichtet, Variablen der persönlichen Veränderung zu messen, sondern eine Erhebung der von den Klienten selbst berichteten Wahrnehmung in Bezug auf ihre Veränderung und ihren Selbstwert. Die Candate Studie spiegelt statistisch die Reaktionen und Ergebnisse, die Menschen nach der Absolvierung des Hoffman Prozess bei sich erleben.

    Alison Candate führte im Rahmen ihrer Graduierungsarbeit eine Erhebung bei 31 zufällig ausgewählten Klienten durch, die zwischen 1985 und 1991 an der Intensivform (Achteinhalbtagesprogramm) des Hoffman Prozesses teilgenommen hatten. Die Stichprobe variierte in grossem Umfang bezüglich Bildungsstand und Einkommen, was bedeutet, dass hinsichtlich der erlebten Zufriedenheit mit den Ergebnissen des Hoffman Prozess andere Faktoren als Bildung oder Einkommen eine Rolle spielen. Entsprechend stellte die Untersuchung auch fest, dass Alter, Geschlecht, Zivilstand, vorherige Therapie oder Selbsterfahrung oder auch, wie lange der Hoffman Prozess zurücklag, keine entscheidenden Einflussfaktoren für die Wahrnehmung der Klienten vom Wert des Prozesses waren.

    In ihrer Untersuchung fasst Frau Candate zusammen:

    “Der Hoffman Prozess fördert eindeutig ein verbessertes Verantwortungsgefühl und die Fähigkeit sich durchzusetzen ebenso wie eine erhöhte Selbstliebe und Selbstannahme.”

    Hier einige repräsentative Auszüge zu Veränderungen in der Selbstwahrnehmung (Prozentsatz der Antworten in den Zustimmungskategorien “stimmt genau” und “stimmt allgemein”):

    • 100 % : Ich liebe und akzeptiere mich seit dem Prozess mehr als davor.
    • 97 % : Der Prozess hat mir geholfen, den Wert anderer Menschen und meiner Beziehungen mit ihnen zu schätzen.
    • 97 %: Nach dem Prozess habe ich Gefühle wie Freude, Glück, Verspieltheit und Heiterkeit häufiger erlebt als davor.
    • 97 %: Der Prozess hat mich befähigt, mich mehr zu öffnen und mehr Nähe in Beziehungen zu erleben.
    • 97 %: Das TherapeutInnenteam hat potentiell schwierige Situationen gut gemeistert.
    • 100 %: Während des Prozesses habe ich häufig Gefühle wie Frieden und Heiterkeit erlebt.
    • 91 %: Der Prozess hat mein Gefühl für Selbstverantwortung verbessert und ermöglicht, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
    • 88 %: Der Prozess hat meine Arbeitssituation dahingehend verbessert, dass ich weniger Stress erlebe.
    • 90 %: Der Prozess hat meine Beziehung zu meinen Kindern verbessert (ausgezählt, wenn anwendbar).
    • 97 %: Der Prozess hat meine Beziehung zu meinen Eltern verbessert.

    Daten zum Wert der Therapie:

    • 97 %: Der Hoffman Prozess war eine der wertvollsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.
    • 97 %: Ich werde den Hoffman Prozess Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern empfehlen.
    • 91 %: Der Hoffman Prozess war weit oder einiges mehr wert als sein Preis (Anmerkung: Die anderen 9 % stuften seinen Wert als dem Preis entsprechend ein). Soweit die von Dr. Downing bis zum Jahre 1993 zusammengefassten Untersuchungsergebnisse.
  • Die Diplomarbeit von Christiane Windhausen

    Eine weitere Langzeituntersuchung ist 1997 als Diplomarbeit der deutschen Diplom-Psychologin Christiane Windhausen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erschienen. Frau Windhausen hat nach einem Theologiestudium ein Psychologiestudium an der o.g. Universität abgeschlossen. Die Diplomarbeit trägt den Titel “Veränderte Selbst-Bilder - Eine kontrollierte Effektivitätsstudie mit Katamnese zum Hoffman Prozess”.

    Die zugrundeliegende Untersuchung wurde mit 65 Klienten (Zufallsauswahl) durchgeführt, die 1994 und 1995 den Hoffman Prozess in seiner heutigen Form absolviert haben. Es wurden eingesetzt die Frankfurter Selbstkonzeptskalen, der Giessen-Test, zur Symptomerfassung die Symptom-Check-Liste SCL 90 R, der Unsicherheitsfragebogen aus dem Assertivenesstraining und ein Rating (eine messbare Form der Selbsteinschätzung) bezüglich der Beziehung zu den Eltern, der Beziehung zum inneren Selbst und der Beziehung zu den Geschwistern. Im wesentlichen ging es um die Erstellung von Daten in Bezug auf die Selbstsicherheit und das Selbstkonzept der Klienten. Die Daten wurden vor dem Prozess, unmittelbar danach und nochmals ein halbes Jahr später sowie mit einer Teilstichprobe sogar ein Jahr danach erhoben. Methodisch gilt dies als Langzeituntersuchung.

    Die Werte der Frankfurter Selbstkonzeptskalen stiegen durch den Hoffman Prozess in allen Fällen sprunghaft an und blieben auch über die weiteren Messzeitpunkte stabil. “...Hoch signifikant sind die entsprechenden Verbesserungen für die Skalen Allgemeine Problembewältigung (FSAP), die Verhaltens- und Entscheidungssicherheit (FSVE) und die Allgemeine Selbstwertschätzung (FSSW) […] Auf all diesen Skalen bewirkt der Hoffman Prozess signifikant grössere Veränderungen als das Fliednerkrankenhaus.” (Anmerkung: In dieser Klinik wurde eine Kontrollgruppe in einer vergleichbaren, dreimonatigen Gruppentherapie mit denselben Messinstrumenten untersucht).

    Bei den Daten aus der Symptom-Check-Liste fällt auf, dass “Zwanghaftigkeit und Depressivität zwischen der 1. und der 2. Messung zurückgehen und auch danach weiter zurückgehen.” und weiter “Durch den Hoffman Prozess erfolgt dagegen bei den Teilnehmern ein unmittelbarer sprunghafter Rückgang der Angst, der sich auch nach Therapieende fortsetzt”, so das wichtigste Ergebnis aus dem Unsicherheitsfragebogen.

    Zusammenfassend erläutert Frau Windhausen: “Es zeigt sich, dass die Therapieeffekte, die durch den Hoffman Prozess in 8 Tagen erzielt werden, auf allen erhobenen Skalen mindestens genauso hoch sind, wie bei einer 3-monatigen Therapie im Fliednerkrankenhaus. Auf allen 38 Skalen liegen die erzielten Werte der Experimentalgruppe (Anmerkung: der Absolventen des Hoffman Prozesses) über denen der Kontrollgruppe. Bei 11 der 38 Skalen zeigt sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Ergebnissen zugunsten des Hoffman Prozesses. Diese Skalen haben v.a. etwa mit Selbstwert, Selbstsicherheit, Empfindlichkeit und Gestimmtheit, Spiritualität und Beziehungen zu wichtigen Bezugspersonen zu tun." Bleibt zu erwähnen, dass insbesondere die Beziehungen zu den Eltern herausragende Verbesserungen erfahren haben. Und weiter “ist erkennbar, dass die Veränderungen, die durch den Hoffman Prozess bewirkt werden, alle positiv im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung verlaufen […] man kann von einer stabilen und kontinuierlichen Verbesserung über die Therapie hinaus sprechen.” Besonders gross, so betont Frau Windhausen, seien die positiven Veränderungen für die Werte Zwanghaftigkeit und Ängstlichkeit. “Hier scheint der Hoffman Prozess langfristig sehr wirksame Verbesserungen zu erbringen.”

    Durch den Hoffman Prozess, so belegt die deutsche Diplom-Psychologin weiter, erleben die Teilnehmer “einen sprunghaften Anstieg ihrer sozialen Resonanz […], das heisst, sie sind nach dem Prozess aufgeschlossener anderen Menschen gegenüber, können ihre Bedürfnisse offener ausdrücken und verfügen über eine intensivere Erlebnisfähigkeit.” Darüber hinaus hat sich gezeigt, “dass die Teilnehmer im heterosexuellen Kontakt unbefangener, hingabefähiger und bindungsfähiger geworden sind. Diese Veränderungen bleiben über das halbe Jahr nach dem Prozess stabil.” In der Beziehung zu sich selbst, so verdeutlichen die Ergebnisse aus sechs von sieben Rating-Skalen, zeigen sich über die Zeit stabile Verbesserungen. Selbstwert und Selbstannahme, tägliches Befinden und die Veränderungsfähigkeit der Teilnehmer werden von diesen direkt nach dem Prozess höher bewertet als bei der dritten Messung, bleiben aber doch “signifikant über dem Ausgangsniveau”. “Durchgängig stabil bleiben dagegen die Einschätzungen für die Fähigkeiten, die eigenen Gefühle wahrzunehmen...und sie auch mitzuteilen... Hierin zeigt sich, dass der Hoffman Prozess die stabile Entwicklung emotionaler Kompetenzen ermöglicht.”

    Und zum Schluss stellt Dipl.-Psych. Christiane Windhausen fest:

    Alle verwendeten Fragebögen und Testverfahren belegen […] eine hohe Effektivität des Hoffman Prozesses. So zeigt sich durch die Therapie auf nahezu allen Skalen eine signifikante Veränderung der Werte. Dieses Niveau vermögen die Teilnehmer auch nach dem Hoffman Prozess zu halten und zu festigen… So erfahren die Teilnehmer in allen erhobenen Symptombereichen einen signifikanten Rückgang der Beschwerden. Die grössten Verbesserungen zeigen sich im Bereich der Selbstsicherheit, der Selbstwertschätzung und der Selbstannahme. Darüber hinaus erweist sich der Hoffman Prozess als ein wirksames Programm zur Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und zur Entwicklung emotionaler Kompetenzen (Selbstwahrnehmung, Erlebnisfähigkeit, Problem- und Konfliktbewältigung, Leistungsfähigkeit, Veränderungskompetenzen, Verantwortungsbewusstsein usw.)... Damit erweist sich eine intensive 8-tägige (Kurzzeit)-Therapie als ein wirksames Medium der therapeutischen Intervention…

  • Die Untersuchung von Prof. Michael R. Levenson und Prof. Carolyn M. Aldwin

    Die beiden bekannten Forscher von der Universität in Davis, Kalifornien, schlossen 2002 die Datenerhebung für die neueste und aufsehenerregendste Untersuchung ab, während derer die Teilnehmer viermal gestestet wurden: vor dem Hoffman Prozess, ein oder zwei Wochen später, drei Monate später und ein Jahr später. Die Ergebnisse wurden mit denen einer Kontrollgruppe verglichen. Die Forscher sind der Ansicht, dass dies wohl die erste formal hieb- und stichfeste wissenschaftliche Beurteilung dessen ist, was sie eine “alternative Therapie” nennen.

    Diese Untersuchung wurde 2007 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Explore: The Journal of Healing and Science in den USA veröffentlicht. Die Forscher zeigen zwei wichtige Dimensionen dauerhafter Veränderungen auf, die aus dem Hoffman Prozess resultieren: Tiefe dauerhafte Wirkungen in bezug auf die Verminderung von negativen Gefühlsbereichen, besonders Depression, Feindseligkeit, Angst, zwanghafte Störungen und Überempfindlichkeit; und auf der anderen Seite: tiefe dauerhafte Wirkungen in bezug auf die Verstärkung positiver Gefühlsbereiche, besonders Spiritualität, Einfühlungsvermögen, emotionale Intelligenz, Versöhnlichkeit und Zufriedenheit mit dem Leben.

    In Übereinstimmung mit diesen Veränderungen im Gefühlsbereich verbesserten sich die von den Teilnehmern selbst berichteten Befindlichkeiten wie “allgemeine Gesundheit, Energie und Vitalität” wesentlich und blieben auf einem signifikant hohen Niveau. Was die Forscher Aldwin und Levenson überraschte, war folgendes: Nirgendwo in der wissenschaftlichen Literatur fanden sie Formen der therapeutischen Interventionen in bezug auf ihre Wirkung in einem solchen wechselseitigen Zusammenhang dargestellt – dass sie nämlich dauerhafte Abnahme von negativen Gefühlslagen und dauerhafte Zunahme von positiven verursacht hätten.

    Professor Levenson wollte mehr über diesen wechselseitigen Zusammenhang wissen und verfeinerte in der Folge die Analyse seiner Daten. Im Mai 2003 besuchte Raz Ingrasci, Präsident des Hoffman Institutes in den USA, die beiden Professoren an der Universität in Davis. Sie sagten ihm, dass sie aufgrund der Ergebnisse dieser neuen Analyse jetzt feststellen konnten: Der signifikante Anstieg im Bereich der Daten für Spiritualität und Versöhnlichkeit durch den Hoffman Prozess bildet die unmittelbare statistische Grundlage für die Abnahme im Bereich der Daten für Depression. Selbstverständlich stehen nach allgemeinem Dafürhalten Versöhnlichkeit und Spiritualität in einer positiven Verbindung mit seelischer Gesundheit. Es ist einfach unmöglich, zugleich mitfühlend und feindselig zu sein. Die Forschungsergebnisse zeigen indes, dass ein Wachstum im Bereich der Spiritualität und Versöhnlichkeit die dauerhafte Abnahme von Depressionen vorhersagt. Das heisst: Eine Abnahme der Faktoren in den negativen Gefühlsbereichen (also emotionale Heilung) geschieht, wenn die Menschen zu ihrer eigenen Spiritualität erwachen oder sie vertiefen und lernen, diese Spiritualität im Alltag praktisch umzusetzen. Design und Intention des Hoffman Prozesses sind genau darauf ausgerichtet. Dabei werden die vielfältigen Belange der Teilnehmer in bezug auf Religion und Spiritualität sorgfältig berücksichtigt.

Ärzte und Psychiater über den Prozess


  • Ein Basis-Schritt in der Arbeit mit sich selbst

    Nach über 15-jähriger Lehr-, Autoren- und Geschäftstätigkeit und in drei Ländern immer unterwegs, war ich ratlos: Zwar hatte ich mein Leben im Griff, und dennoch wurde es von Jahr zu Jahr weniger greifbar.

    Erschöpfung und Resignation, “Hamster im Tretrad”... Bachblüten halfen, die Zustände zu meistern, auch die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte, war da. Neuorientierung war angesagt…aber wie? Ein starker, konstruktiver Impuls in möglichst kurzer Zeit war nötig – woher nehmen? Einer Freundin, welche beruflich fast alle therapeutischen bzw. spirituellen Aktivitätsangebote kennt, werde ich für ihren Tipp wohl noch jahrelang dankbar sein: “Mach den Quadrinity-Prozess und zwar in der Schweiz.”

    Mein im Vorfragebogen angegebenes Ziel: “Innere und Äussere Zersplitterung auflösen. Meine rein persönliche Perspektive für die nächste Lebensphase klarer erkennen und bewusst darauf zugehen können.” Beides wurde in dieser Woche möglich.

    Die Prozess-Struktur, vielleicht besser die Dramaturgie, erschien mir genial. Keine Minute war langweilig oder artete in Therapieroutine aus. Es blieb abwechslungsreich, spannend und auf spielerische Art und Weise hocheffizient. Doch dieser Effekt steht und fällt meines Erachtens mit der menschlichen Haltung und den Fähigkeiten des Therapeutenteams, ein derartiges Energiefeld aufzubauen und auf hohem Niveau flexibel unter Kontrolle zu halten. Hierbei hat mich die einfühlsame und intuitive Begleitung, die Natürlichkeit und Authentizität von Wolfgang Michael Harlacher und Dieter Kurt Schmidt sehr beeindruckt. Möglicherweise war ihre inspirierende Teamarbeit sogar ausschlaggebend für den Gesamterfolg des Prozesses.

    Eine der interessantesten Erfahrungen fachlicher Natur war die Tatsache, dass die erkannten Muster – verglichen mit den übrigen Teilnehmern – bei mir deutlich weniger energetische Ladung aufwiesen (ich führe das u.a. auf meinen über zwanzigjährigen Umgang mit den Bachblüten zurück). Aber umso penetranter wirkte sich ihr eingefleischter Automatismus besonders auf scheinbar banale Ebenen aus: So benutzte ich während der ersten Seminartage etwa dreissigmal immer wieder den falschen Treppenaufgang zum Seminarraum. Nach Bearbeiten der väterlichen Muster war das Fehlverhalten plötzlich verschwunden. Dass ich Muster meiner Mutter wirklich losgelassen habe, konnte ich kurze Zeit nach dem Prozess in folgender Beobachtung eindrucksvoll erkennen: Der von ihr übernommene fast zwanghafte Drang, sich nach dem Mittagessen für zwanzig Minuten hinzulegen, war nach dem Prozess verschwunden und ist in dieser Form bis heute nicht mehr aufgetreten. Derartige unspektakuläre Phänomene sind für mich Wirksamkeitsbeweise jenseits eines psychologischen Placebo-Effektes. Heute – ungefähr vier Monate nach dem Prozess – erlebe ich, dass ich den gewonnenen, vertieften Zugang zu meiner Persönlichkeit, meiner Menschlichkeit weitgehend aufrechterhalten kann. Ein Wiederabgleiten in alte Automatismen bemerke ich schneller und kann es früher abfangen. Mein persönliches Leben ist entspannter und erfreulicher geworden. Inzwischen empfehle ich Freunden und Teilnehmern meiner Seminare den Quadrinity Prozess als eine Art Basis-Schritt auf dem Weg zur Arbeit an sich selbst, wenn ich die Bereitschaft dazu bei ihnen erkenne, und weil ich weiss, dass die Möglichkeiten einer eventuellen Nachbetreuung gegeben sind und genutzt werden können.

    Mechthild Scheffer Institute für Bach-Blütentherapie Forschung und Lehre Lehrbeauftragte des Dr. Edward Bach Centre, England, für Forschung und Lehre in Deutschland, Österreich und der Schweiz

  • Der Quadrinity Prozess - eine Türe zu Dankbarkeit, Mitgefühl und Liebe

    Ein halbes Jahr später auf den Quadrinity Prozess zurückblickend, fühle ich mich immer noch reich beschenkt. Trotz vieler Jahre Therapie und Selbsterfahrung hatte ich aus einer persönlichen Fragestellung heraus nochmals das Bedürfnis, mich auf meine Wurzeln zu besinnen und diese zu erforschen. Die Auseinandersetzung mit meinen negativen Mustern oder auch meiner Schattenseite mit Zuordnung zu denjenigen von Vater und Mutter war sehr klärend und hilfreich. Zugleich öffnete dies eine Türe zu Dankbarkeit, Mitgefühl und Liebe, die ich in meinem Innersten für meine Eltern empfinde. Eine noch tiefergehende Versöhnung durfte stattfinden. Parallel dazu erlebte ich eine Stärkung meiner männlichen Identität, eine Unterstützung meiner menschlichen Würde und einen emotionalen Zugang zum Göttlichen in mir – ein ganz entscheidendes Erlebnis meine Lebensgeschichte betreffend.

    Als Psychotherapeut sehe ich den Quadrinity Prozess als ein vielfältiges und tiefgreifendes Mittel, das in seiner Durchführung vor allem getragen wird durch die nicht verurteilende, stützende aber auch fordernde und ethisch klare Haltung. Als Kurzpsychotherapiemethode ist der Quadrinity Prozess sehr wertvoll, sei dies für jemanden der sich in Therapie befindet oder nicht. Da man in der Arbeit sowohl mit starken wie auch mit feinen Energien/Prozessen konfrontiert ist, braucht man dazu eine gewisse Stabilität und Selbstverantwortlichkeit. Je nach Prozessverlauf sollte die Möglichkeit einer weiteren therapeutischen Begleitung nach dem Prozess gegeben sein.

    Dr. med. FMH Pierre-Alain Emmenegger, Psychiater

  • Der Quadrinity-Prozess - ein modernes Märchen als Reise zum eigenen Selbst?

    Wie die meisten Kinder lebte auch ich damals vor vielen Jahren in der Welt der Märchen und lernte wesentliche Elemente des Lebens durch die Erlebnisse der Märchen-Protagonisten kennen. Später teilte ich das Schicksal der Ritter der Tafelrunde, von Odysseus und Sidharta. Ich entdeckte Freud, C.G Jung und die psychoanalytische Methode der kathathymimaginativen Psychotherapie – und damit die Dimensionen der Unendlichkeit des inneren Seins. Im Arztberuf kam ich in Kontakt mit vielen Schicksalen, mit Glück und Leiden der Menschen, mit dem Streben jedes Einzelnen nach Erfüllung und Ganzheit. Immer schon fühlte ich eine tiefe Sinnhaftigkeit im individuellen Lebensweg – darin, diesen Weg zu begreifen, einzuordnen in ein Ganzes, ihn zu verstehen als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Doch wie schwierig ist es, einen roten Faden auf diesem Weg zu finden. Und wie verworren wird doch das Ganze, wenn da noch so vermeintlich einander widerstrebende Tendenzen in einem selbst walten! Kindliche Wünsche drängen sich just in dem Moment in den Vordergrund, wenn der Intellekt besonders schlau sein möchte; der Körper meldet sich mit einer Krankheit, wenn das innere Kind unkontrolliert herumtobt und das spirituelle innere Wesen wird vom Intellekt genormt, begrenzt oder abgelehnt. Und die weisse Kraft der Intuition fristet sowieso meist ein Mauerblümchen-Dasein in unserer Gesellschaft. Über allem dann verstricken wir uns in der ursprünglichsten Beziehung unseres Lebens, in der Beziehung zu unseren Eltern oder Ersatzeltern. Wie waren wir doch von diesen zwei Menschen abhängig, wie haben wir sie geliebt, wieviel haben wir doch von ihnen gelernt, kopiert, übernommen, wie haben wir uns doch nach deren Anerkennung gesehnt, wie haben wir uns doch von ihnen abgegrenzt oder haben sie gar abgelehnt – und wie weh hat das getan!

    In der Suche nach einem Verständnis für mein Leben und das meiner Mitmenschen, mit denen ich oft so eng verbunden bin, bin ich durch Freunde auf den Quadrinity Prozess gestossen – und habe mich in vielen Wochen Vorarbeit und in acht intensiven Tagen der Selbsterfahrung auf eine der grössten Reisen meines Lebens begeben. Wie in den früheren Märchen hatte ich unterschiedlichste Prüfungen zu bestehen, öffnete geheime Türen, verirrte mich in dunklen Wäldern, wurde von Menschen abgeholt, die ganz für einen da waren und löste am Schluss das Rätsel, wie all das Widerstrebende in meinem Leben zusammenhängen könnte.

    Den Therapeuten dieses seit den 60er-Jahren bewährten Quadrinity Prozesses gelingt es, durch eine äusserst kompetente Vernetzung von verhaltenstherapeutischen, bioenergetischen, primärtherpeutischen und gestalttherapeutischen Methoden den Teilnehmer mit grossem Engagement und liebender Unterstützung auf dem Weg zu seinem Selbst anzuleiten und zu begleiten. Für den Teilnehmer resultiert nach einem strengen Weg der Selbst-Konfrontation ein hohes Mass an Autonomie, Lebensfreude und Wissen um seinen Platz in dieser Welt, verbunden mit seinen Eltern, verfügend über die Kraft des Intellekts, über die spielerische Freude des Kindes, über die Ausdrucksformen des Körpers und über die schöpferische Potenz der Intuition, eingebettet im Wissen um das spirituelle Sein des Menschen, welcher Religion auch immer er anhängen mag. Als allgemeinmedizinisch und psychotherapeutisch tätiger Arzt kann ich all den Menschen diesen Selbsterfahrungs-Prozess empfehlen, die sich mit der widerstrebenden Natur ihres Seins konfrontieren möchten; die die Kraft verspüren, sich mit ihren Eltern, ihren Prägungen, ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen; die den Wunsch und die Energie haben, sich in ihrer Gegenwart, ihr Leben einzufügen und die Möglichkeiten erlernen möchten, ihre Zukunft frei und eigenverantwortlich zu gestalten.

    Märchen erzählen uraltes Wissen über das Leben selbst. Lassen wir uns doch auch heute davon bezaubern und begeben uns auf die abenteuerliche Reise zu uns selbst!

    Dr. med. FMH José Inauen, Allgemeine Medizin

  • Der Quadrinity Prozess, wie ich ihn erlebt habe – als Frau, als Ärztin

    Da ich den objektiv berechtigten Eindruck hatte, mich in meinem Leben im Kreis zu drehen, suchte ich im Quadrinity Prozess einen Ausweg aus dieser Sackgasse. Ein Kollege hatte mich mit der eindrücklichen Schilderung seines Prozesses angesteckt.

    Wie oft hatte ich mir schon vor Augen gehalten, was ursprünglich an meinen Beziehungsproblemen und depressiven Zuständen schuld sei. Aber die Einsicht in die Ursache hatte mich nicht davor bewahrt, mich immer wieder in Situationen zu begeben, die mich auf dieselbe Art verletzten. Die Therapien, die ich durchmachte, verliefen bis auf eine Ausnahme ebenfalls nach diesem Muster: Irgendwann kam es zu Missverständnissen und zu einem Bruch. Ich war nicht in der Lage, aus diesen Inszenierungen von Rebellion und Kapitulation auszusteigen, weil mir die Brücke zu einem neuen Standpunkt, der von Kopf, Herz und Körper gleichermassen eingenommen wurde, fehlte.

    Während 8 Arbeits- und 2 Ruhetagen habe ich mich zusammen mit 11 anderen Quadrinities auf eine erlebnisreiche Reise durch meine persönliche Geschichte, meine Gefühle, geheimen Wünsche und Hoffnungen, meine schönen und hässlichen Seiten begeben. Ich fühlte mich wie eine Bildhauerin, die mit allen Höhen und Tiefen, welche einen solchen Prozess begleiten, aus einem formlosen Stück Fels in harter Arbeit etwas heraus meisselt. Die Präsenz und Unterstützung der Therapeutinnen und Therapeuten, die herrliche Umgebung und die von den Wirtsleuten liebevoll zubereiteten Mahlzeiten kreierten eine Atmosphäre, in der ich mich aufgehoben und getragen fühlte. Die Hauptarbeit bestand darin, das Beste in mir (im Quadrinity Prozess nennt man dies das spirituelle Selbst) freizulegen, und die Verhaltens- und Denkmuster zu erkennen, die diesen wertvollen Teil verdecken und verdunkeln. Ich gehörte zu denen, die den Weg der Rebellion wählten, um in einer Art Rachefeldzug gegen das Leid anzukämpfen, das meine Eltern mir angetan hatten. In Wirklichkeit kopierte ich dabei nur die Verhaltensmuster meiner Eltern. Ich hoffte wie alle Abhängigen, mir wenigstens Anerkennung durch Nachahmung zu erwerben, wenn ich schon nicht die Liebe bekam, die ich gern bekommen hätte.

    Der Prozess half mir, einen Umkehrprozess einzuleiten, der darin besteht, dass ich lerne, all die Energie, all die Hingabe, mit der ich mich auflehnte, dazu zu verwenden, mich selbst und mein Leben als erwachsene Frau anzunehmen und aus dem elenden Kreis der negativen Wiederholungen herauszutreten. Die Wiederbelebung von altem kindlichem Schmerz ist für diesen Prozess wie in jeder Therapie unumgänglich. Aber nicht nur Schmerz erwacht dabei aus seiner Betäubung, sondern das ganze Kind mit seiner Liebe, seiner Freude, seinem Trotz erwacht wieder zum Leben und erhält eine neue Chance, integriert zu werden. Schliesslich hat dieses emotionale Kind in uns lange genug im Windschatten des Verstandes seinen Schabernack getrieben und in einer unheiligen Allianz den Intellekt verführt, bestochen und in Sackgassen manövriert. Der Intellekt wiederum hat sich in geeigneten Situationen mit aller ihm zu Gebote stehenden Kälte und Schärfe gerächt und die Emotionen dieses Kindes abgewertet. Es war nun endlich die Zeit gekommen, Frieden zu schliessen auf der Basis gegenseitiger Anerkennung.

    Der Prozess bleibt nicht bei der Anklage gegen die Eltern stehen, sondern lässt auch die Eltern zu Wort kommen, die ihren eigenen erlittenen Verletzungen gegenüber genauso hilflos waren wie wir und die trotz bester gegenteiliger Absicht ihr Leid ihren eigenen Kindern weitergaben. Auch hier hat sich für mich ein Weg geöffnet, echten Frieden mit meinen vermeintlichen Widersachern zu schliessen, um frei zu werden für meinen eigenen Weg. Der Quadrinity Prozess stellt einen hohen Anspruch an die, die ihn durchmachen. Er stellt mich vor die Aufgabe, mein Leben zu verändern. Aber mit der Intensivwoche ist es noch lange nicht getan. Anschliessend galt es, die Erkenntnisse, die ich gewonnen hatte, im Alltag anzuwenden. Unmittelbar nach dem Prozess fühlte ich mich leicht wie ein Vogel, darum glaubte ich fliegen zu können. Zum Glück vergisst man dieses Gefühl nicht so leicht, wenn man es einmal hatte. Doch von nun an musste ich es mir selbst erarbeiten. Der Prozess geht weiter und wird weitergehen, solange ich lebe. Freundinnen und Freunde, die mich gut kennen, bestätigen, dass ich viel offener, herzlicher und fröhlicher geworden bin seit dem Quadrinity Prozess.

    Da ich selber als Therapeutin arbeite und meinen Klientinnen und Klienten empfehle, den Quadrinity Prozess zu machen, stellt sich mir immer wieder die Frage nach dem Platz dieser Intensivtherapie im Spektrum der unzähligen Therapiemethoden, die heute die Köpfe und Herzen aller Therapiewilligen verunsichern. Die Interventionsmethoden, die während des Prozesses zur Anwendung kommen, sind im Grunde nicht neu. Das ist es nicht, was einzigartig ist am Quadrinity Prozess. Ganz und gar ungewöhnlich hingegen ist die Rolle, die die Therapeuten einnehmen. Sie sind nicht in erster Linie perfekte Interviewtechniker oder zeichnen sich allein durch hochentwickelte Intuition und Einfühlung aus, sie sind nicht einfach gewöhnliche Projektionsfiguren. Sie sind all dies auch. Für mich waren sie in erster Linie eine Art Spiegel für mein spirituelles Selbst. Sie übernahmen die üblichen Therapeuten-Klienten-Beziehungen überhöht, ohne sie zu verklären. Die Wirkung kommt einem Sog gleich, der das spirituelle Selbst an die Oberfläche und in den Vordergrund zieht. Das spirituelle Selbst ist die fähigste Heilerin in mir, der fähigste Heiler in uns allen. Es geht nicht darum, neue Abhängigkeiten zu entwickeln, sondern die eigenen Heilkräfte zu wecken. Seit meinem Quadrinity Prozess hat sich mein eigenes Verhältnis zur Therapeutinnenrolle noch einmal wesentlich verändert. Ich fühle mich nicht mehr ständig an den Grenzen der Überforderung, weil ich mich viel mehr von einer Art direkten Verbindung zur Klientin oder zum Klienten leiten lasse, die mir Sicherheit gibt.

    Ich wünsche mir sehr, dass einige der wichtigsten Elemente des Quadrinity Prozesses Eingang fänden im gebräuchlichen Arsenal therapeutischer Werkzeuge. Es geht ja nicht darum, aus allen TherapeutInnen Quadrinity Therapeuten zu machen oder alle anderen Therapien für überflüssig zu erklären, sondern darum, die Essenz der von Hoffman kreierten Therapiemethode für uns fruchtbar zu machen.

    Catherine Sautter, Ärztin für Homöopathie SVHA

  • Der Quadrinity Prozess – ein sehr wirksames Instrument der Veränderung

    Aus einer längeren persönlichen Drucksituation habe ich mich für den Prozess angemeldet. Schon nach der Anmeldung begann ich, mich vermehrt mit meinen Verhaltensmustern auseinanderzusetzen. Durch die differenzierten, später zugeschickten Vorbereitungsunterlagen wurde dieser Prozess weiter angeregt und dadurch für einige Wochen zu meinem täglichen persönlichen Hauptthema.

    Im Prozess selbst fühlte ich mich durch die klare Struktur des Prozesses und das Engagement der Therapeuten unterstützt. In einer direkt konfrontierenden Weise wurde ich liebevoll durch einen emotional intensiven und teilweise sehr schmerzhaften Prozess des inneren Loslassens begleitet. Die emotional schwierigen Momente wurden oft durch einen Schuss bissigen Humors und viel Lachen ausgeglichen. Indem die TeilnehmerInnen für sich im gleichen Raum an jeweils der gleichen Aufgabe arbeiteten, entstand eine dichte und anregende Arbeitsatmosphäre und eine unterstützende Verbundenheit innerhalb der Gruppe. Der zeitliche Ablauf ist dermassen straff, dass in den spärlich vorhandenen Pausen nur wenig Zeit blieb für Ablenkung (Plaudern, Diskutieren, Spazieren usw.)

    Nach dem Prozess empfand ich eine grosse Dankbarkeit für die grössere Klarheit in den Beziehungen innerhalb der Familie, in meinem Freundeskreis und in meiner Arbeit. Daneben festigte sich in mir eine Mischung aus mehr Weichheit und grösserer Entschlossenheit. Diese Veränderung brachte für mich auch Schwierigkeiten, da sich auch meine Umgebung neu orientieren musste. Einige Beziehungen intensivierten sich, neue entstanden. Es gab auch Beziehungen, die ich nach dem Prozess nicht mehr pflegen wollte. Innerhalb der Familie ist dieser Prozess der Neueinstellung einerseits erleichternd, andererseits auch schmerzhaft gewesen. Ich spürte deutlich, dass die alten Gewohnheiten eben auch Bequemlichkeiten ermöglichten, die ich nicht einfach aufgeben wollte. Als unterstützend empfand ich nach dem Prozess die Kontakte mit verschiedenen TeilnehmerInnen. Erstaunlich war für mich, zu erleben, wie offen wir uns auch nach Monaten noch begegnen konnten.

    Als Psychotherapeut erachte ich den Prozess als ein sehr wirksames Instrument der Veränderung, in welchem verschiedene bewährte Techniken vereint und angewandt werden. Der Prozess sollte jedoch nicht direkt verglichen werden mit einer längerdauernden Psychotherapie. Während des Quadrinity Prozesses können wesentliche therapeutische Schritte gemacht werden und so z.B. eine bereits laufende Therapie befruchten. Es kann sich auch herausstellen, dass nach dem Prozess eine Therapie beendet werden kann oder auch, dass eine Therapie begonnen werden sollte. Die verschiedenen Begegnungen mit TeilnehmerInnen nach dem Prozess sind sicher hilfreich, können jedoch eine eventuell noch nötige Psychotherapie nicht ersetzen.

    Der Quadrinity Prozess stellt sowohl für Psychotherapie-Erfahrene als auch für psychotherapeutische “Laien” ein Instrument der vertieften Auseinandersetzung und der Veränderung dar. Für die einen wird der Prozess zum Abschluss einer längeren “Leidenszeit”, für die anderen zum Anfang einer Lebensphase der Veränderung und Neuorientierung. Bei vielen wird wohl beides zu erwarten sein. Sicher handelt es sich im Prozess nicht um eine Spielerei, die man sich einfach so “reinziehen” kann, dazu ist die Struktur nicht geeignet und das TherapeutInnen-Team zu erfahren. Selbstverantwortung ist erforderlich, um den Prozess zu durchlaufen. Wer sich nicht gewachsen fühlt, in der Vorgeschichte massive psychische Probleme hatte (z.B. einen Klinikaufenthalt) oder sehr isoliert lebt, der sollte sich bei den Institutsleuten beraten lassen, ob eine Teilnahme sinnvoll ist, ob ein späterer Zeitpunkt günstiger wäre oder ob eher ganz davon abzusehen ist. Wenn auch im Verlaufe der Zeit die Intensität der Veränderungen etwas verblasste, zurück blieb ein vertieftes Vertrauen in mich und in meinen Weg (sowohl privat, als auch beruflich und spirituell).

    Dr. med. FMH Claude Rui-Muser, Psychiater

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